CO2-Steuer und Olaf Scholz: Der Bremser vom Dienst

Dirk Löhr

Nicht häufig gibt es die Chance, eine Ministerin oder einen Minister zu loben. Bei Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) ist aber Lob angebracht.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze
Bundesumweltministerin Svenja Schulze

Sie hat sich ein weitreichendes und weitsichtiges Konzept zu Eigen gemacht: Die Besteuerung von CO2 und deren Rückverteilung an die Bürger. Eine durch den Konsum verursachte durchschnittliche CO2-Belastung würde dazu führen, dass sich Steuerzahlungen und Rückverteilung kompensieren – die betreffenden Bürger würden so stehen wie ohne ein diesbezügliches Regime. Eine überdurchschnittliche Belastung führt dazu, dass die Steuerzahlung die Rückverteilung übersteigt. Der wirtschaftlich potente Porsche-Fahrer soll seinem Hobby zwar weiter nachgehen können, aber auch dafür bezahlen, dass er die Konsummöglichkeiten seiner Mitmenschen einengt. Der Hartz 4-Empfänger, der sich eben keinen Porsche leisten kann, bekommt im Regelfall mehr zurück, als er an Steuern bezahlt. “Effizient” und “sozial” müssen keine Antagonismen sein, wenn man es intelligent angeht. Zwar gilt es noch Detailprobleme zu lösen, auch ist der Vorschlag kein “Silver Bullet”, aber seine Realisierung wäre ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung. “Wäre …” – denn wieder einmal, wie auch bei der Bodenwertsteuer, stellt sich der visionslose, ewig gestrige Bremser vom Dienst quer: Olaf Scholz (SPD) kann dem Vorschlag seiner Parteifreundin Schulze genauso wenig abgewinnen wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

2 thoughts on “CO2-Steuer und Olaf Scholz: Der Bremser vom Dienst”

  1. Moin. Peter Barnes war einer der ersten, die in den 80er/90ern das cap and dividend für CO2 propagiert haben, ausgearbeitet u.a. mit Elenir Ostrom. Er sich schon früh für eine Variante ausgesprochen: es werden nicht 100% ausgeschüttet, sondern an einen Klimafond überwiesen. Dieser Fond schüttet nur so viel aus , wie ein nachhaltiges Emissionsniveau an Einnahmen gebracht hätte. Langfristig wird 1t pro Kopf einer 7 Mrd. Weltbevölkerung angenommen. Deutschland dürfte nur ca. 12% seiner Einnahmen ausschütten und müsste mit dem Rest Klimaschutz finanzieren – vornehmlich in Ländern, die in der Verhägangenheit wenig zur Klimakrise beigetragen haben.

    1. Hallo, ja, Peter Barnes ist mir bekannt. Die Idee wurde auch von anderer Seite vertreten – auch hier in Deutschland, nur nicht so prominent. Das sind die Modelle der Zukunft.

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